Der Festzuschuss der Kasse
Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt bei Zahnersatz nur einen festen Zuschuss, der sich an der günstigen Regelversorgung orientiert – meist 60 Prozent, mit lückenlos geführtem Bonusheft nach zehn Jahren bis zu 75 Prozent. Dieser Zuschuss bezieht sich jedoch auf die Standardversorgung, nicht auf die tatsächliche Rechnung. Für Implantate, hochwertige Keramikkronen oder Inlays bleibt daher ein erheblicher Eigenanteil. Bei einem einzigen Implantat können so schnell 2.000 bis 3.000 Euro auf Sie zukommen.
Was eine Zahnzusatzversicherung leistet
Gute Tarife erstatten je nach Vereinbarung 70 bis 90 Prozent der Gesamtkosten für Zahnersatz, teils in Kombination mit dem Kassenzuschuss bis nahezu 100 Prozent. Viele Policen leisten zusätzlich für professionelle Zahnreinigung, Prophylaxe, Wurzel- und Parodontosebehandlungen sowie für Kieferorthopädie bei Kindern. Damit sinkt der Eigenanteil bei teuren Behandlungen deutlich. Achten Sie auf die jährlichen Höchstgrenzen und darauf, ob auch Implantate voll mitversichert sind.
Wartezeiten und Zahnstaffel
Viele Tarife haben in den ersten Jahren eine sogenannte Zahnstaffel: Die Erstattung ist anfangs auf einen Höchstbetrag pro Jahr begrenzt und steigt jährlich an, etwa auf 1.000, 2.000 und 3.000 Euro in den ersten drei Jahren. Manche Tarife verlangen zudem eine Wartezeit von einigen Monaten. Wer bereits eine laufende oder angeratene Behandlung hat, ist für diese in der Regel ausgeschlossen. Deshalb gilt: rechtzeitig abschließen, solange die Zähne gesund sind.
Worauf Sie im Tarif achten sollten
Wichtig sind eine hohe Erstattung ohne dauerhafte Summenbegrenzung, der Einschluss von Implantaten und Inlays sowie ein Verzicht auf allzu strenge Zahnstaffeln. Prüfen Sie, ob der Tarif fehlende Zähne mitversichert oder ausschließt und wie Verblendungen im Seitenzahnbereich behandelt werden. Auch die Leistung für Prophylaxe und Zahnreinigung unterscheidet sich stark. Ein günstiger Beitrag nützt wenig, wenn im Ernstfall die entscheidenden Leistungen fehlen.
Für wen lohnt es sich?
Die Police lohnt sich für fast jeden gesetzlich Versicherten, der Wert auf hochwertigen Zahnersatz legt und größere Eigenanteile vermeiden möchte. Besonders sinnvoll ist der frühe Abschluss – für Kinder und junge Erwachsene sind die Beiträge niedrig und die Zähne meist noch vollständig gesund. Auch für Eltern lohnt der Blick auf kieferorthopädische Leistungen, da Zahnspangen der Kinder teuer werden können. Wer bereits Zahnersatz benötigt, kommt für diesen Zahn meist zu spät.
Häufige Fehler
Der teuerste Fehler ist der Abschluss erst dann, wenn der Zahnarzt bereits eine Behandlung angeraten hat – diese ist regelmäßig ausgeschlossen. Ebenso verbreitet ist die Wahl eines Billigtarifs mit dauerhaft niedriger Erstattungsgrenze, der teure Implantate nicht abdeckt. Auch das Übersehen der Zahnstaffel führt zu Enttäuschungen, wenn früh eine große Behandlung ansteht. Und wer sein Bonusheft nicht lückenlos führt, verschenkt zusätzlich Kassenzuschuss.
So gehen Sie vor
Prüfen Sie zunächst den Zustand Ihrer Zähne, denn ein Abschluss lohnt sich vor allem, solange keine Behandlung ansteht. Legen Sie fest, welche Leistungen Ihnen wichtig sind – reiner Zahnersatz oder ein Rundum-Paket inklusive Prophylaxe und Kieferorthopädie. Vergleichen Sie dann Erstattungshöhe, Staffel und Höchstgrenzen statt nur den Monatsbeitrag. Wir finden gemeinsam den Tarif, der zu Ihrem Zahnstatus und Ihrem Budget passt.
