Welche Gefahren gedeckt sind
Die normale Wohngebäudeversicherung schützt vor Feuer, Sturm, Hagel und Leitungswasser. Schäden durch Überschwemmung, Starkregen, Rückstau, Schneedruck, Lawinen, Erdrutsch oder Erdsenkung sind nur über den Zusatzbaustein Elementarschadenversicherung abgesichert – und der fehlt in vielen Verträgen. Genau dieser Baustein greift, wenn Wasser von außen ins Haus eindringt oder die Kanalisation zurückstaut. Ohne ihn bleiben Betroffene auf oft sechsstelligen Sanierungskosten sitzen.
Nur rund die Hälfte ist geschützt
Nach Angaben der Versicherungswirtschaft ist bundesweit erst etwa jedes zweite Wohngebäude gegen Elementargefahren versichert. Angesichts zunehmender Starkregenereignisse – die überall auftreten können, nicht nur an Flüssen – ist das eine gefährliche Lücke. Die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 hat gezeigt, wie schnell aus einem kleinen Bach eine existenzbedrohende Gefahr wird. Viele Betroffene waren damals nicht ausreichend versichert.
Die ZÜRS-Gefährdungsklassen
Versicherer stufen jedes Gebäude über das System ZÜRS Geo in vier Gefährdungsklassen (GK) ein. In den Klassen 1 und 2 ist der Elementarschutz meist problemlos und günstig zu bekommen. In GK 3 und besonders GK 4, wo statistisch häufig Hochwasser auftritt, kann der Beitrag höher ausfallen oder eine Selbstbeteiligung verlangt werden. Ihre Klasse lässt sich individuell für Ihre Adresse ermitteln – das ist die Grundlage für ein passendes Angebot.
Debatte um die Versicherungspflicht
Bund und Länder diskutieren seit Längerem eine bundesweite Pflicht zur Elementarschadenversicherung. Ziel ist es, alle Eigentümer abzusichern und die Kosten künftiger Katastrophen breiter zu verteilen, damit nicht der Staat für Unversicherte einspringt. Ob und in welcher Form sie kommt, ist noch Gegenstand des politischen Verfahrens. Wer jetzt freiwillig absichert, ist unabhängig vom Ausgang auf der sicheren Seite.
Was der Schutz kostet
In den unkritischen Gefährdungsklassen kostet der Elementarbaustein für ein Einfamilienhaus häufig nur einen moderaten Aufschlag von einigen Dutzend bis wenigen Hundert Euro im Jahr auf die bestehende Wohngebäudeversicherung. Angesichts möglicher Sanierungskosten nach einem Wasserschaden ist das eine sehr günstige Absicherung. In hoch gefährdeten Lagen steigt der Beitrag, oft verbunden mit einer Selbstbeteiligung. Ein Vergleich verschiedener Anbieter lohnt sich, weil die Einstufungen abweichen können.
Häufige Fehler
Ein verbreiteter Irrtum ist, dass ein Standort fernab von Flüssen keinen Schutz braucht – Starkregen und Rückstau treffen aber gerade auch Hanglagen und Innenstädte. Ein weiterer Fehler ist eine fehlende oder zu niedrige Absicherung des Hausrats, denn Möbel und Elektronik im Keller sind ein separater Baustein. Auch die Kombination aus Gebäude- und Hausratschutz wird oft vergessen. Und wer erst bei angekündigtem Unwetter abschließen will, kommt zu spät.
So schützen Sie Ihr Zuhause
Lassen Sie zunächst Ihre ZÜRS-Gefährdungsklasse für Ihre Adresse ermitteln und ergänzen Sie Ihre Wohngebäude- und Hausratversicherung um den Elementarbaustein. Prüfen Sie, ob die Versicherungssumme dem tatsächlichen Neuwert Ihres Hauses entspricht, um Unterversicherung zu vermeiden. Ergänzend senken bauliche Maßnahmen wie Rückstauklappen, druckwasserdichte Kellerfenster und eine gute Grundstücksentwässerung das Risiko konkret. Wir prüfen Ihre bestehende Police und schließen die Lücke gezielt.
